Leonard Hess Blog

Tweets, die nach hinten losgehen,

08.03.2019

oder warum man nachdenken sollte, bevor man zum sozialistischen Frauenkampftag lostwittert.

Tech-Tipp des Monats

20.02.2019

Auf Notebookcheck gibt es sehr ausführliche Tests zu Tablets, Notebooks, Smartphones. Lohnt sich.

Zur ersten Regionalkonferenz

16.11.2018

Also, mein Eindruck der Regionalkonferenz in Lübeck:

Keiner der drei Kandidaten hat viel gesagt, weswegen ich mir an den Kopf fassen würde.

Annegret Kramp-Karrenbauer hat sehr viel davon gesprochen, zu erneuern, und die Mitglieder einzubeziehen, was gut und richtig ist, aber kaum eigene Positionen offenbart, und auch keine klare Linie gezeigt, was ich aber von einer/m Parteivorsitzenden erwarte.

Jens Spahn sprach sehr oft mit Ich-Sätzen, und gab die konservative Linie, die Sätze klangen jedoch alle wie aus dem X-ten Konservativen Manifest, phrasenartig, broschürenhaft, auswendig gelernt, verbunden mit persönlichen Anekdoten. Wirkt unauthentisch, ob das auch so ist, wage ich nicht zu beurteilen.

Friedrich Merz hat meines Erachtens nach den meisten Applaus bekommen, sehr vielseitig referiert. Er inszeniert sich als jemand, der aus Begeisterung angetrieben ist, und nicht aus Ehrgeiz. Das schafft er, ob es so ist, weiß nur er. Womit er sich von den anderen absetzt ist, dass er ohne subtile Seitenhiebe auskommt und mit vielen, eigenen, unvagen Ideen kommt, so zum Beispiel eine Gewerbesteuerreform. Klare Sprache ohne Floskeln wie bei Spahn, eigene Ideen und Grundsätze, jedoch so verpackt, um niemanden zu verschrecken, im Gegensatz zu AKK.

Stand heute hat mich Merz am meisten überzeugt, das werde ich weiter beobachten.

Freiheit im Christentum

10.03.2018

Eines der meiner Meinung nach am wenigsten betrachteten Elemente des christlichen Glaubens ist die Freiheit. Sie nicht nur ein Element, Nein, sie ist eines DER Kernelemente des Christentums.

Historisch betrachtet vereinen Religionen immer unter einem „Wir gegen die.“ Die wahren Gläubigen gegen die Götzenanbeter, die Gläubigen gegen die Heiden, die Umma gegen die Kuffar, etc… Darüber hinaus seien die Menschen nur niedere, ahnungslose Geschöpfe, gemacht nur zur Belustigung ihres himmlischen Herrschers, dessen ihm/ihr zugesagte Eigenschaften eher an einen totalitären, blutrünstigen Herrscher vom Kaliber eines Josef Stalin erinnern, als eine allwissende Macht, die Ursprung von allem ist.

Und auch wenn das Christentum, gerade im Frühmittelalter, oft in dieses Schema F gepresst wurde, so unterscheidet es sich jedoch fundamental davon.

Es beginnt schon mit der Art und Weis, wie Erlösung erlangt wird. Nicht durch besondere Taten, nicht durch Spende oder Opfer, sondern durch aufrichtiges Bereuen und die Gnade des Herrn. Damit zusammen hängt das Gottesverständnis, dass im Christentum liegt. Der Gott ist nicht einfach machtgieriger König, sondern liebender Vater seiner Kinder, die er nach seinem Ebenbild geschaffen hatte.

Nach seinem Ebenbild. Nach. Seinem. Ebenbild. Ich denke, den meisten ist gar nicht bewusst, was für eine politische, aufklärerische Sprengkraft dieser Teilsatz eigentlich hatte (Zum politischen Aspekt mehr in einem anderen Blog). Die Idee, dass jeder Mensch einen nicht durch andere Menschen zu bestimmenden Wert hat, der nicht größer und nicht kleiner ist als der seines Nächsten, und damit der aller Anderen (Induktion in der Anwendung), ist essentiell für die moderne Massendemokratie und immer noch einzigartig in der menschlichen Kulturgeschichte. Die Überzeugung, dass jedes menschliche Leben einen unveräußerlichen Wert hat, ist erst die Grundlage dafür, dass es individuelle Grundrechte gibt, und der Angriff auf andere Unrecht darstellt.

Ein weiterer Aspekt ist die Freiheit zur eigenen Entscheidung. Im Christentum ist es dem einzelnen Menschen freigestellt, an Gott zu glauben oder nicht. Man wird deswegen nicht Vogelfrei, und ein Austritt aus der Religion macht Einen nicht zum Freiwild. Auch ist die Sünde, wie sie in vielen Religionen und manchen Teilen des Christentums dargestellt, nicht zwangsläufig allvernichtendes Damoklesschwert, dass über einem hängt, bereit, Einen auch nur auf den kleinsten Fehltritt hin zu vernichten. Etymologisch bedeutet Sünde „Trennung.“ Eine Trennung von Gottes vorgegebenem Weg (dem zu Folgen ich dringlichst nahelege), hin zu einer eigenen, anderslautenden Entscheidung. Diese zieht auch nicht zwangsläufig eine göttliche Strafe und den Ausstoß aus der Gemeinde nach sich, sondern ist Teil des Mensch seins. Würde Gott nicht von uns erwarten, auch zu sündigen, so wären wir nicht Mensch und Jesu Tod am Kreuz ohne Sinn.

Cellini, Everman, und was ein Soldat mit einem Goldschmied zu tun hat.

25.10.2017

Benvenuto Cellini war ein italienischer Goldschmied und Bildhauer, der im 16. Jahrhundert in Italien lebte. Er beherrschte mehrere Handwerke und Künste, und hinterließ auch mehrere Schriften. Ihm wird nachgesagt, behauptet zu haben, dass ein rundumgebildeter Mann sowohl Künstler, Krieger, als auch Philosoph ist. Diese Aussage inspirierte Jahrhunderte später Jason Everman zu seinem außergewöhnlichen Lebenslauf.

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Erziehung nützt nichts. Sie machen einem doch alles nach.

22.09.2017

Dieser geflügelte Satz hat tatsächlich eine tiefere Wahrheit. Nichts wirkt sich so langfristig auf das Verhalten von Kindern auf, wie das, was ihnen ihre Eltern oder vergleichbare Bezugspersonen von Klein auf vorleben. In den Gedankengängen, in denen auch dieser Blog entstand, habe ich mich auch damit beschäftigt, was mich zu dem gemacht hat, der ich bin. An einem Sonntag, an dem ich viel zu früh aufgestanden bin, fiel mir letztendlich auf, wie viele meiner guten Eigenschaften ich meinem Elternhaus zu verdanken habe. Wie mir von Kindesbeinen an vorgelebt wurde, was es heißt, für andere da zu sein, für andere zu sorgen und Verantwortung zu übernehmen. Auch, was es heißt, wenn man sich bewusst für jemanden Zeit nimmt, habe ich zum ersten Mal bei meinen Eltern gemerkt. Alles, was wir anderen vorleben, wird von diesen wahrgenommen, und von Kindern übernommen.

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Anstand – Die wichtigste Eigenschaft

18.09.2017

Wenn es ein Wort gibt, mit dem man beschrieben werden wollen sollte*, dann ist es Anstand. So schwammig das Wort ist, so kann man doch daran die meisten positiven Eigenschaften ablesen. Wer sich anständig ernährt, der dürfte doch meistens eher gesunde Dinge essen. Jemand, der sich anständig verhält, ist meist ein eher angenehmer Zeitgenosse. Wer einen anständigen Job hat, ist meist in der Lage, sich um die zu kümmern, die ihm wichtig sind. Wenn jemand Anstand hat, kann man meist davon ausgehen, das man sich auf dessen Wort verlassen kann. Wer anständig Auto fährt, ist wohl eher selten in Unfälle verwickelt und hat sie noch seltener verschuldet. Glücklich sind Kinder, die anständige Eltern haben, so können sie doch immer auf diese vertrauen.

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Über das Holzhacken

18.09.2017

Holz hacken war eine meiner Lieblingstätigkeiten auf den Pfadfinderzeltlagern meiner Jugend. Es ist die Verbindung aus Natur, Handwerk und purer Brutalität, die hier ihre Besonderheit findet, was Holz hacken zu einer gleichzeitig stumpfen und geistig anspruchsvollen Tätigkeit macht. Auch ist das beherrschte Feuer auch eine der frühesten und wichtigsten Errungenschaften der Menschheit, dass unzählige Bücher, Lieder und Geschichten inspiriert hat, und die Erzeugung von Feuerholz eine Grundlage dessen. Es gibt nur wenige Dinge, die so urnatürlich wie das Holzhacken sind.

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Warum ich meistens Hemden trage

18.09.2017

Nachdem ich wieder passende Hemden hatte, habe ich während dem Studium irgendwann angefangen, fast ausschließlich Hemden zu tragen, manchmal noch mit einem Pullover oder einem Jackett. Dies hatte mehrere Gründe:

  1. Es sieht gut aus. Eine einfache Wahrheit. Jeans mit Hemd sieht fast immer besser aus als Jeans mit T-Shirt. Einen Ticken professioneller, einen Ticken ordentlicher. Erwachsener wirkt es in der Regel auch.
  2. Du kannst deine Ärmel hochkrempeln. Klingt banal, aber hat doch einige Vorteile, gerade in wechselhaften Jahreszeiten. Je nach Witterung und Hemd ist es entweder so, als würdest du einen dünnen Pullover oder ein T-Shirt tragen, auch werden hochgekrempelte Ärmel von einigen Frauen als attraktiv empfunden.
  3. Man ist variabel, was das Wetter angeht. Im Frühjahr, nach der Mathe-Klausur, die die letzte in der Klausurenphase war, grillten wir als Studiengang noch zusammen, doch das Wetter war recht wechselhaft, und die Temperatur schwankte stark, und so hatte ich innerhalb von zwei Stunden Hemd und Jackett, Hemd mit hochgekrempelten Ärmeln, oder nur das T-Shirt, dass ich als Unterhemd trug, an. So konnte ich mich immer na die jeweilige Temperatur anpassen.
  4. Eine andere Mentalität. Etwas, dass ich vor allem im Wintersemester gemerkt habe. Wenn ich morgens aus dem Bett gefallen bin, und mir einfach gerade Outdoor-Hose und Hoodie angezogen hatte, war ich meistens noch im Halbschlaf, und habe auch so den Tag durchgewurstet. Habe ich mir jedoch morgens die Zeit genommen, mich ordentlich anzuziehen, ging ich anders durch den Tag, war etwas disziplinierter und wacher.
  5. Man ist variabel, was das Umfeld angeht. Mit einem Hemd fällt man weder groß zwischen lauter T-Shirts, noch zwischen lauter Sakkos groß auf, man fällt selten ganz aus dem Rahmen. Soll es ein bisschen feiner sein? Ärmel lang, Hemd in die Hose, etwas legerer, Ärmel hoch und Hemd raus, eventuell offen tragen. So kann man sein Auftreten schnell anpassen.
  6. Der Kragen. Ich mag einfach Dinge mit Kragen mehr. Man kann ihn zu machen, wenn es kalt wird, ist er aus einem ordentlichen Stoff, ist es auch gemütlicher.

Soweit zu meinen Gründen, es wirkt auch deutlich erwachsener und gepflegter, man wird auch als deutlich kompetenter wahrgenommen, zumindest ist das meine Erfahrung.

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Die Drei-Farben-Regel

17.09.2017

Darüber, wie man sich als Mann richtig und stilvoll anzieht, gibt es wahrscheinlich mehr Meinungen als Einstecktücher. Zahlreiche Blogs, Bücher, YouTube-Videos, Facebook-Gruppen, Foren und viele andere Medien widmen sich nur diesem Thema, was der eine mag, hält der andere für vollkommen geschmacklos. Eine Regel gibt es jedoch, die meiner Meinung nach, bis auf wenige spezielle Ausnahmen, nahezu universell anwendbar und allgemein gültig ist, die im Titel erwähnte Drei-Farben-Regel.

Wie der Name schon andeutet, sollte jedes Outfit mindestens drei, sich voneinander unterscheidende Grundfarben haben. Das kann der schwarze Anzug mit schwarzen Schuhen, Uhr, weißem Hemd, Einstecktuch, silberner Krawattenklammer und der blauen Krawatte sein, oder die blaue Jeans, mit blauem Pullover, aber rot-kariertem Hemd und schwedischer M59-Feldjacke (Wenn ihr so eine noch kriegt in eurer Größe, kaufen!). Ein anderes Beispiel wäre der stahlblaue Anzug, mit rot-blauem Einstecktuch, rotkarierten Hemd und braunen Schuhen und Gürtel und passender Uhr. Man sollte ohnehin immer eine Uhr tragen, aus verschiedensten Gründen, aber dazu ein anderes Mal mehr.

Es ist eine Regel, die sich auf fast jedes Outfit anwenden lässt, und wenn man ein Gefühl dafür entwickelt hat, welche Farben gut miteinander funktionieren, ist man damit meistens ziemlich sicher, ist das nicht der Fall, so möchte ich einen Tipp geben: Zunächst suche man sich aus, welche Hose man anziehen will, danach wählt man dann beim Gürtel zwischen Braun und Schwarz, und farblich zum Gürtel, zur Hose oder zum Oberteil passende Schuhe. Keine roten Sneaker, niemals. Anschließend nimmt man noch ein Oberteil, vorzugsweise ein Hemd. blaue Jeans und schwarzer Gürtel? Weißes oder Schwarzes Hemd. Brauner Gürtel? Flanellhemd. etc… Im Zweifelsfall auch mal andere fragen, und deren Feedback nutzen.

Zuerst veröffentlicht auf Eichentweed.

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